Kein juristisches Recht auf Zucht und Sitte

 „Man kann also die völlige Verworfenheit einer Handlung anerkennen, sie in religiöser und sittlicher Beziehung für verdammlich und fluchwürdig erklären, und sie doch mit keinem Strafgesetz bedrohen. […] Der Staat hat kein juristisches Recht, daß seine Bürger sich der Zucht und Sitte und Gottesfurcht ergeben. Deshalb verletzen sie, wenn sie blutschänderischen Umgang pflegen, sein Recht nicht mehr, als wenn sie in der unglücklichen Verblendung einen Götzen anbeten. Darum würde ich die Blutschande nur bestrafen, wenn durch dieselbe zugleich Rechte anderer verletzt werden.“
Heinrich Leopold von Strampff (1800-1879) in einem Brief von 1843

Quelle: Gutachten des Max-Planck-Institutes für ausländisches und internationales Strafrecht zum Inzestverbot

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